Lorelei

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Heinrich Heine, 1822 (1799-1856)

1. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin,
Ein Märchen aus uralten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt,
Im Abendsonnenschein.

2. Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr gold’nes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar,
Sie kämmt es mit goldenem Kamme,
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewalt’ge Melodei.

3. Den Schiffer im kleinen Schiffe,
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh’.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn,
Und das hat mit ihrem Singen,
Die Loreley getan.

 

 

1. I cannot determine the meaning
Of sorrow that fills my breast:
A fable of old, through it streaming,
Allows my mind no rest.
The air is cool in the gloaming
And gently flows the Rhine.
The crest of the mountain is gleaming
In fading rays of sunshine.

2. The loveliest maiden is sitting
Up there, so wondrously fair;
Her golden jewelry is glist’ning;
She combs her golden hair.
She combs with a gilded comb, preening,
And sings a song, passing time.
It has a most wondrous, appealing
And pow’rful melodic rhyme.

3. The boatman aboard his small skiff, –
Enraptured with a wild ache,
Has no eye for the jagged cliff, –
His thoughts on the heights fear forsake.
I think that the waves will devour
Both boat and man, by and by,
And that, with her dulcet-voiced power
Was done by the Loreley.

 

https://ingeb.org/Lieder/ichweiss.html

 

 

King

 

King - Alchemelic Laouz
King – Alchemelic Laouz

 

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Johann Wolfgang von Goethe, 1774 (1749-1832)

1. Es war ein König in Thule
Getreu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Ein goldnen Becher gab.
2. Es ging ihm nichts darüber,
Er leert ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
So oft er trank daraus.

3. Und als er kam zu sterben,
Zählt er seine Städte im Reich,
Gönnt alles seinen Erben,
Den Becher nicht zugleich.

4. Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Vätersaale
Dort auf dem Schloß am Meer.
5. Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut
Und warf den heil’gen Becher
Hinunter in die Flut.

6. Er sah ihn stürzen, trinken
Und sinken tief ins Meer.
Die Augen täten ihm sinken,
Trank nie einen Tropfen mehr.

 

http://ingeb.org/Lieder/eswareko.html

Seemann

seemann - Alchemelic Laouz
seemann – Alchemelic Laouz

 

Version1

 

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Seemann, laß das Träumen,
Denk’ nicht an zuhaus.
Seemann, Wind und Wellen,
Rufen dich hinaus:

Deine Heimat ist das Meer,
Deine Freunde sind die Sterne,
Über Rio und Shanghai,
Über Bali und Hawaii.
Deine Liebe ist dein Schiff,
Deine Sehnsucht ist die Ferne
Und nur ihnen bist du treu
Dein Leben lang.

Seemann, laß das Träumen,
Denke nicht an mich.
Seemann, denn die Fremde,
Wartet schon auf dich:

Deine Heimat ist das . . . .

 

Sailor, stop your dreaming,
Don’t think of your home.
Sailor, wind and waves, they
Beckon you to roam.

Your home is the endless ocean,
The stars at night, your friends,
Over Rio and Shanghai,
Over Bali and Hawaii.
Your true love, she is your ship,
Your dream’s only far to roam,
And to only these you’re true,
For all your life.

Sailor, stop your dreaming,
Do not think of me,
Sailor, distant shores, they
Wait for you to see.

Your home is the endless . . . .

 

ingeb.org/Lieder/seemannl.html

Nervier

 

Rivers North - Alchemelic Laouz
Nervier – Alchemelic Laouz

 

 

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Z’Basel an mym Rhy,
Jo, dert mecht i sy!
Weiht nit d’Luft so mild und lau
Und der Himmel isch so blau
An mym liebe, an mym liebe Rhy.
Uf der Basler Pfalz
Alle Lyte gefallt’s.
O, wie wechsle Berg und Tal,
Land und Wasser iberal
Vor der Basler, vor der Basler Pfalz!

Uf der breite Bruck
Fir si hi und z’ruck
Nai, was seht me Herre stoh,
Nai, was seht me Jumpfere goh,
Uf der Basler, uf der Basler Bruck!

Wie ne frei Spatz,
Uffem Petersplatz
Flieg i um und ‘s wird mer wohl
Wie im Buebekamisol,
Uffem Peters-, Uffem Petersplatz.
Uf der griene Schantz
In der Sunne Glanz,
Won i Sinn un Auge ha,
Lacht’s mi nit so lieblig a,
Bis go Santi-, bis go Santi-Hans.

‘s Seilers Redli springt;
Los, der Vogel singt,
Summervegeli jung und froh
Zieh’n de blaue Blume no,
Alles singt und, alles singt und springt.

 

(Franz Wilhelm Abt, 1819-1885)

transposed by Urban d-oo-b

 

http://ingeb.org/Lieder/zbaselan.html

5swans

5 swans - Alchemelic Laouz
5 swans – Alchemelic Laouz

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Westpreußen, 1908

Zogen einst fünf wilde Schwäne,
Schwäne[,] leuchtend weiss und schön[.]
Sing, sing, was geschah?
Keiner ward mehr gesehn.

Wuchsen einst fünf junge Birken
frisch und grün an Baches Rand.
Sing, sing, was geschah?
Keine in Blüte stand.

Zogen einst fünf junge Burschen
kühn und stolz zum Kampf hinaus.
Sing, sing, was geschah?
Keiner die Heimat wiedersah.

Wuchsen einst fünf junge Mädchen,
schlank und schön am Ostseestrand.
Sing, sing, was geschah?
Kein[e] den Brautkranz wand.

 

 

Heute gängiger Text, 1924

Zogen einst fünf wilde Schwäne,
Schwäne leuchtend weiß und schön.
„Sing, sing, was geschah?“
Keiner ward mehr gesehn.

Wuchsen einst fünf junge Birken
grün und frisch an Bachesrand
„Sing, sing, was geschah?“
Keine in Blüten stand.

Zogen einst fünf junge Burschen
stolz und kühn zum Kampf hinaus.
„Sing, sing, was geschah?“
Keiner kehrt nach Haus.

Wuchsen einst fünf junge Mädchen
schlank und schön am Memelstrand.
„Sing, sing, was geschah?“
Keins den Brautkranz wand.

 

 

wikipedia.org/5swans

 

 

MIDI: ingeb.org/Lieder/zogenein.html

Carpenter

 

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1. Es, es, es und es,
Es ist ein harter Schluß,
Weil, weil, weil und weil,
Weil ich aus Frankfurt muß!
Drum schlag ich Frankfurt aus dem Sinn
Und wende mich Gott weiß wohin.
Ich will mein Glück probieren,
Marschieren.2. |: Er, er, er und er,
Herr Meister, leb er wohl ! 😐
Ich sag’s ihm grad frei in’s Gesicht,
Seine Arbeit, die gefällt mir nicht.
Ich will mein Glück probieren,
Marschieren.

3. |: Sie, sie, sie und sie,
Frau Meistrin leb sie wohl ! 😐
Ich sag’s ihr grad frei in’s Gesicht,
Ihr Speck und Kraut, das schmeckt mir nicht
Ich will mein Glück probieren,
Marschieren.

4. |: Er, er, er und er,
Herr Wirt, nun leb er wohl ! 😐
Hätt er die Kreid nicht doppelt geschrieben,
Wär ich noch länger dageblieben
Ich will mein Glück probieren,
Marschieren.

5. |: Ihr, ihr, ihr und ihr,
Ihr Jungfern lebet wohl ! 😐
Ich wünsch’ euch all’n zu guter letzt,
Einen andern, der mein’ Stell’ ersetzt.
Ich will mein Glück probieren,
Marschieren.

6. |: Ihr, ihr, ihr und ihr,
Ihr Brüder lebet wohl ! 😐
Hab ich euch was zuleid getan
So bitt’ ich um Verzeihung an.
Ich will mein Glück probieren,
Marschieren.

 

Und, und, und und und,

Und ward zu guter Letzt,
Auch, auch, auch und auch
Ein Hund auf mich gehetzt.
Dem Kerl setz’ ich auf den Türenknauf
Des nachts was warmes, weiches drauf.
Ich will mein Glück probieren,
Marschieren.

 

 

http://ingeb.org/Lieder/EsEsEsUn.html

Wandern

Das Wandern - Alchemelic Laouz
Das Wandern – Alchemelic Laouz

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Das Wandern ist des Müllers Lust,
das Wandern.
Das muß ein schlechter Müller sein,
dem niemals fiel das Wandern ein,
das Wandern.

Vom Wasser haben wir’s gelernt,
vom Wasser:
Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,
ist stets auf Wanderschaft bedacht,
das Wasser.
Die Steine selbst, so schwer sie sind,
die Steine,
sie tanzen mit den muntern Reih’n
und wollen gar noch schneller sein,
die Steine.
O Wandern, Wandern meine Lust,
o Wandern!
Herr Meister und Frau Meisterin,
laßt mich in Frieden weiter ziehn
und wandern.

Hiking is the miller’s delight
yes hiking
That ought to be a bad miller
Who never thought about hiking
yes hiking

From the waters we have learned it
From the waters
It never rests both day and night
Its mind always set on its travels
The waters

The stones even, as heavy as they are
The stones
They dance along the jolly lines
And yet want to dance faster still
The stones

O Hiking, Hiking my delight
O Hiking !
Dear Master and master’s wife
So let me now move on in Peace
And go hiking

http://lyricstranslate.com/en/das-wandern-ist-des-m%C3%BCllers-lust-hiking-millers-delight.html
http://ingeb.org/Lieder/DasWande.html