Prophezeiung

 
Prophezeiung (Alfred Lichtenstein)

Einmal kommt – ich habe Zeichen –
Sterbesturm aus fernem Norden.
Überall stinkt es nach Leichen.
Es beginnt das große Morden.

Finster wird der Himmelsklumpen,
Sturmtod hebt die Klauentatzen.
Nieder stürzen alle Lumpen.
Mimen bersten. Mädchen platzen.

Polternd fallen Pferdeställe.
Keine Fliege kann sich retten.
Schöne homosexuelle Männer
kullern aus den Betten.

Rissig werden Häuserwände.
Fische faulen in dem Flusse.
Alles nimmt ein ekles Ende.
Krächzend kippen Omnibusse.

 
Some day–I have signs–a mortal storm
Is coming from the far north.
Everywhere is the smell of corpses.
The great killing begins.

The lump of sky grows dark,
Storm-death lifts its clawed paws;
All the lumps fall down,
Mimes burst. Girls explode.

Horses’ stables crash to the ground.
Not a fly can ecape.
Handsome homosexuals roll
Out of their beds.

The walls of houses develop fissures.
Fish rot in the stream.
Everything meets its own disgusting end.
Groaning buses tip over.

Leere

 

 

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Leere

Du füllst mich auf
wie Blut die frische Wunde
und rinnst dar nieder
in dunkler Spur
Entfernst dich früh
dem Wahn der Wirklichkeiten,
ergibst du dich
der schnell erkannten Welt?

Doch nun erscheint mir
die Leere tiefer denn je,
Und sie breitet sich aus
Wie kommst du da raus?

Du klammerst dich
an Oberflächlichkeiten
Doch in mir flammt sie auf –
die Hoffnung die nicht bleibt
war das dein Bild?
war das deine Frage,
dein Wort,
dein Licht?

Doch nun erscheint mir
die Leere tiefer denn je,
Und sie breitet sich aus
Wie kommst ich da raus?

ermüdet bin ich nun
Vom Schein der Einzelheiten

Emptyness

You fill me up
like blood a fresh wound
and trickle down
leaving a dark trace
You move away from
the illusion of realities,
Do you surrender
to a superficially recognized world?

But now emptiness
seems deeper than ever,
And it is spreading
How do you get out?

You cling
on superficialities
But in me it flares up –
the hope that does not remain
that was your picture?
that was your question,
your word,
your light?

But now emptiness
seems deeper than ever,
And it is spreading
How do I get out?

tired I am now
From the shine of details

Inspiriert von Gottfried Benn

http://www.deutschelyrik.de/index.php/abschied-1044.html

Du füllst mich an wie Blut die frische Wunde
und rinnst hernieder seine dunkle Spur,
du dehnst dich aus wie Nacht in jener Stunde,
da sich die Matte färbt zur Schattenflur,
du blühst wie Rosen schwer in Gärten allen,
du Einsamkeit aus Alter und Verlust,
du Überleben, wenn die Träume fallen,
zuviel gelitten und zuviel gewusst.

Entfremdet früh dem Wahn der Wirklichkeiten,
versagend sich der schnell gegebenen Welt,
ermüdet von dem Trug der Einzelheiten,
da keine sich dem tiefen Ich gesellt;
nun aus der Tiefe selbst, durch nichts rühren,
und die kein Wort und Zeichen je verrät,
musst du dein Schweigen nehmen, Abwärtsführen
zu Nacht und Trauer und den Rosen spät.

Manchmal noch denkst du dich --: die eigene Sage --:
das warst du doch --? ach, wie du dich vergasst!
war das dein Bild? war das nicht deine Frage,
dein Wort, dein Himmelslicht, das du besasst?
Mein Wort, mein Himmelslicht, dereinst besessen,
mein Wort, mein Himmelslicht, zerstört, vertan --
wem das geschah, der muss sich wohl vergessen
und rührt nicht mehr die alten Stunden an.

Ein letzter Tag --: spätglühend, weite Räume,
ein Wasser führt dich zu entrücktem Ziel,
ein hohes Licht umströmt die alten Bäume
und schafft im Schatten sich ein Widerspiel,
von Früchten nichts, aus Ähren keine Krone
und auch nach Ernten hat er nicht gefragt --
er spielt sein Spiel, und fühlt sein Licht und ohne
Erinnern nieder -- alles ist gesagt.
 

Hektisch

 

 

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Da steh ich nun allein
 erwachsen soll ich sein
 Guck in die Gesellschaft
 Noch fehlt mir die Kraft

Von einer Betriebsamkeit erfüllt bilde ich mich weiter
 Hastig erklimm ich die Leiter
 Ein neues Diplom
 Für besseren Lohn

Wo ist denn mein arbeitsplatz
 Wie steigere ich den absatz
 Meiner Arbeitskraft
 Für die Wirtschaft

Von einer Betriebsamkeit erfüllt bilde ich mich weiter
 Hastig erklimm ich die Leiter
 Ein neues Diplom
 Für besseren Lohn

Ich bin doch so was von wert
 So dass das man mich ewig ehrt
 Ein Denkmal wär das Ziel
 Und das wär noch nicht mal viel

Von einer Betriebsamkeit erfüllt bilde ich mich weiter
 Hastig erklimm ich die Leiter
 Ein neues Diplom
 Für besseren Lohn

Ein denkmal das mich nicht ehrt
 Das wars nun wirklich nicht wert
 Doch das Leben ist schon vorbei
 Und ich war nicht dabei

Denen war das einerlei








Here i am on my own
Grown up i am supposed to be
Look at the socitey
I still lack the strength

In a busy mode 
I take more classes
Hastily I climb the ladder
A new diploma
For better pay

Where is my workplace
How do I increase the sales
of workforce
For the economy

In a busy mode 
I take more classes
Hastily I climb the ladder
A new diploma
For better pay

I'm so well worth it 
So that I should be eternally honored 
A monument would be the goal 
And that would not be even much

In a busy mode 
I take more classes
Hastily I climb the ladder
A new diploma
For better pay

A monument that does not honor me 
That was really not worth it 
But life is already over 
And I was not part of it


They did not care!

 

 

 

Hektisch (dada)

Roschen (Karaoke sing along yourself)

Roschen (Karaoke sing along yourself)

1. Sah ein Knab’ ein Röslein steh’n,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und war so schön
Lief er schnell es nah zu seh’n
Sah’s mit vielen Freuden
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

2. Knabe sprach: “Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden.”
Röslein sprach: “Ich steche dich,
Daß du ewig denkst an mich,
Und ich will’s nicht leiden.”
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

3. Und der wilde Knabe brach
‘s Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihm doch kein Weh und Ach,
Mußt es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

 

 

Saw a boy a little rose,
little red rose on the heath,
young and lovely like the morning.
So he ran to have a close
look at it, and gladly did.
Little rose, little rose,
little red rose on the heath.

Said the boy: I will pick
you, my red rose on the heath!
Said the rose: I will prick
you and I won’t stand it,
and you won’t forget me.
Little rose, little rose,
little red rose on the heath.

And the rough boy picked the rose,
little red rose on the heath,
and the red rose fought and pricked,
yet she cried and sighed in vain,
and had to let it happen.
Little rose, little rose,
little red rose on the heath.